Eine Spielregel ist erklärt, einige nicken und zwei Personen beginnen bereits mit der Aufgabe. Ob alle verstanden haben, was zu tun ist, bleibt offen. Genau an diesem Punkt entscheidet sich, wie gut ein Teambuilding für mehrsprachige Teams funktioniert.
Wenn deine Kolleginnen und Kollegen unterschiedliche Sprachkenntnisse mitbringen, hilft ein Programm mit sichtbaren Aufgaben, verständlichen Anleitungen und mehreren Möglichkeiten, sich einzubringen. Die gemeinsame Veranstaltung soll Raum für Zusammenarbeit schaffen. Dafür braucht auch die Verständigung einen festen Platz im Konzept.
Sprachbedarf vor der Programmauswahl klären
Frage im Team nach, in welchen Sprachen Anleitungen gut verstanden werden. Unterscheide dabei zwischen Lesen, Zuhören und spontanem Sprechen. Wer schriftliche Informationen sicher versteht, möchte vielleicht trotzdem keine Ergebnisse vor einer großen Gruppe präsentieren.
Eine kurze, vertrauliche Abfrage reicht häufig als Planungsgrundlage: Welche Sprache hilft bei Erklärungen? Sind schriftliche Hinweise hilfreich? Wird eine Übersetzung benötigt? Aus Namen, Herkunft oder Nationalität lässt sich das nicht zuverlässig ableiten.
Für unsere Teambuildings sind Durchführungen auf Deutsch und Englisch möglich. Welche Sprache das konkrete Programm begleitet und ob ein zweisprachiges Briefing oder zusätzliche Übersetzungsunterstützung gebraucht wird, stimmen wir bei der Planung ab. Englisch als gemeinsame Veranstaltungssprache funktioniert nur, wenn die Teilnehmenden damit tatsächlich zurechtkommen.
Aufgaben zeigen und gemeinsam ausprobieren
Visuelle Erklärungen erleichtern den Einstieg. Die Moderation kann eine Aufgabe vormachen, Materialien zeigen und den ersten Schritt gemeinsam mit allen ausprobieren. Kurze Sätze und eindeutige Begriffe helfen dabei, den Ablauf zu verfolgen.
Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung beschreibt für barrierefreie Unterweisungen den Nutzen von Bildern, kurzen Sätzen und praktischem Vormachen. Für dein Teamevent lässt sich daraus ein sinnvoller Ansatz ableiten: Erkläre die Aufgabe über mehrere Wege und prüfe gemeinsam mit der Gruppe, ob der Ablauf verstanden wurde.
Plane nach einer Erklärung eine kleine Proberunde ein. Lass die Gruppe beispielsweise zeigen, welches Material sie als Nächstes verwendet. So werden offene Fragen sichtbar, ohne dass einzelne Personen vor allen anderen ihre Sprachkenntnisse erklären müssen.
Bei unserem Graffiti Workshop lernen die Teilnehmenden Techniken kennen und gestalten eigene Motive auf Leinwand. Farben, Formen und Entwürfe bieten viele Ansatzpunkte für die Zusammenarbeit. Eine Idee lässt sich skizzieren oder direkt am Material zeigen.
Auch hier sind verständliche Hinweise zum Umgang mit den Materialien wichtig. Eine kreative Aufgabe ersetzt die Einführung nicht. Sie eröffnet aber zusätzliche Wege, Vorschläge zu machen und gemeinsam zu entscheiden.
Rollen so verteilen, dass alle beitragen können
In einer gemischten Gruppe übernehmen sprachlich sichere Personen schnell die Erklärung, die Abstimmung und die Präsentation. Damit die Aufgaben breiter verteilt werden, kannst du unterschiedliche Rollen vorsehen: Material vorbereiten, Motive entwerfen, Arbeitsschritte koordinieren oder Ergebnisse zusammenführen.
Die Rollen sollten wechseln können. Frage nach Interessen, statt zurückhaltenden Personen automatisch eine stille Aufgabe zuzuteilen. Wer gern präsentiert, soll diese Möglichkeit bekommen; wer lieber praktisch arbeitet, ebenso.
Vermeide außerdem, einzelne mehrsprachige Beschäftigte ohne Absprache zu dauerhaften Übersetzenden zu machen. Sie sollen selbst am Teambuilding teilnehmen können. Wenn Übersetzung für den Ablauf notwendig ist, gehört sie als eigene Aufgabe in die Vorbereitung.
Ein gemeinsames Ergebnis als Gesprächsanlass nutzen
Unser Team Puzzle verbindet die Gestaltung einzelner Puzzleteile mit einem gemeinsamen Gesamtbild. Die Gruppe arbeitet mit Farben und Pinseln auf MDF-Teilen, die am Ende zusammengesetzt werden. Dadurch wird unmittelbar sichtbar, wie die einzelnen Beiträge zusammenpassen.
Für ein mehrsprachiges Team lässt sich daran eine konkrete Abstimmung aufbauen: Welche Farben verbinden die Teile? Wo müssen Übergänge passen? Welche Idee verfolgen wir gemeinsam? Solche Fragen können mit Skizzen, Zeigen und kurzen Gesprächen bearbeitet werden.
Das veröffentlichte Format beginnt bei zweieinhalb Stunden. Berücksichtige bei deiner Zeitplanung zusätzliche Erläuterungen und Rückfragen. Ein enger Zeitplan macht es schwerer, alle Beiträge einzubeziehen. Das gilt besonders, wenn Anleitungen in mehreren Sprachen vermittelt werden.
Wie diese Formate in der Praxis ablaufen, zeigt unser Erfahrungsbericht zu Graffiti und Puzzle Painting. Für deine mehrsprachige Gruppe stimmen wir die Anleitung passend zu den benötigten Sprachen ab.
Den Abschluss genauso zugänglich gestalten
Zum Abschluss helfen konkrete Fragen: Was hat dir die Zusammenarbeit erleichtert? Wann war eine Erklärung unklar? Welche Unterstützung möchtest du im Arbeitsalltag öfter nutzen? Gib zunächst kurz Zeit, darüber nachzudenken.
Antworten können mündlich, auf Karten oder mit einer kleinen Zeichnung gesammelt werden. Eine freiwillige gemeinsame Auswertung lässt unterschiedliche Ausdrucksweisen zu. Beschreibe anschließend zwei oder drei Vereinbarungen in einfachen Worten und stelle sie dem Team in den benötigten Sprachen bereit.
Wenn du ein Teambuilding anfragst, nenne uns neben der Gruppengröße auch die gewünschten Sprachen und den verfügbaren Zeitraum. Damit lässt sich früh prüfen, welches Format und welche Begleitung zu deinem Team passen.